Neues Warnsystem bei bioterroristischen Angriffen

Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist Partner im EU-Projekt DINAMICS

Größere Sicherheit in der Wasserversorgung durch Nanotechnologie ist das Ziel des EU-Forschungsprojekts DINAMICS. Die Projektbeteiligten planen die Entwicklung eines Biosensors zur exakten Analyse der Wasserqualität und damit verbunden der Selektion von gefährlichen Stoffen. Die Neuentwicklung basiert unter anderem auf der Nanotechnologie und soll in Zukunft bioterroristische Anschläge auf die Trinkwasserversorgung verhindern. Ziel ist die Entwicklung eines Warnsystems, das gefährliche Infektionserreger, wie Bakterien und Viren, identifizieren kann. Für die zuverlässige Überwachung der Trinkwasserversorgung sieht DINAMICS ein tragbares Messgerät für Spezialeinsätze vor, das beispielsweise auch bei Sportgroßereignissen zur Sicherheit aller Beteiligten beitragen soll. Das Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ) ist einer der Projektpartner.

Dank der Unterstützung des Steinbeis-Europa- Zentrums bei der Antragstellung und bei den Vertragsverhandlungen mit der Europäischen Kommission wurde das Projekt von der EU genehmigt. DINAMICS wird von der Europäischen Kommission von 2007 bis 2011 mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert. Das Projekt liefert einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Sicherheitstechnologien.

Neben der Integration verschiedener Spitzentechnologien wie Nanotechnologie, Mikrosystemtechnik, Signalverarbeitung und Mikro- und Molekularbiologie konzentriert sich DINAMICS auf die Entwicklung besonders kosteneffizienter Lösungen, um den Einsatz der neuen Geräte auf breiter Ebene zu ermöglichen.

DINAMICS entwickelt ein automatisiertes Warnsystem zur schnellen Identifizierung gefährlicher Infektionserreger. Bei der Entwicklung eines Prototypen kommt ein DNAMikrochip, kombiniert mit mikrofluiden und signalverarbeitenden Prozessen zum Einsatz, die mit einer Software gesteuert werden. Die Projektpartner gehen davon aus, dass die Projektergebnisse bedeutend für die Überwachung der Trinkwasser sein werden, aber auch Eingang in die medizinische Diagnostik von Infektionskrankheiten, in die Pharmaindustrie und die Nahrungsmittelindustrie finden können.

Die insgesamt zwölf Projektpartner aus acht Ländern – Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Slowakei, Türkei, Ungarn – setzen sich aus innovativen KMU, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Das Projekt wird von der Lambda GmbH (Labor für molekularbiologische DNA-Analysen GmbH), einem Mittelständler aus Freistadt in Österreich, koordiniert. Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist Partner im Projekt und übernimmt das Wissens- sowie das administrative und finanzielle Projektmanagement.

Die Berater des Steinbeis-Europa-Zentrums haben zunächst bei der Organisation von vier internen Trainingsworkshops zu den Themen Nanotechnology, Microfluidics/Simulation und System Architecture beigetragen und mehrere Partnertreffen in Europa begleitet. Darüber hinaus ist das SEZ für das Management der geistigen Eigentumsrechte verantwortlich und betreut zusätzliche Verbreitungsaktivitäten: Partnerbeteiligung an Konferenzen und an wissenschaftlichen Publikationen. Im Februar organisierte und moderierte das SEZ einen Workshop zur Verwertung der Forschungsergebnisse in Istanbul. Gemeinsam mit einigen Partnern wurde eine technologische RoadMap zu den Themen „Zellyse“ und „optische Detektion“ konzipiert. Eine Datenbank mit den projektrelevanten Daten wurde entwickelt und durch Technologiebeobachtung mit Daten gefüllt. Zudem verfasst das SEZ für das Konsortium die jährlichen offiziellen Berichte (Finanzen und Aktivitätenbilanz) für die Europäische Kommission.

Europäische Projekte können mehr als zwanzig Partner umfassen. Die Partner stammen aus verschiedenen Ländern und Organisationskulturen. Ein gutes Projektmanagement gehört zu den Schlüsselkompetenzen, die ein Projekt zum Erfolg führen. Unternehmen sollten die Durchführung des Projektes genau planen und in das Management der komplexen Strukturen investieren. Gerade für innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist diese Aufgabe alleine kaum zu bewältigen. Das SEZ bietet hier Unterstützung im administrativen und finanziellen Projektmanagement sowie dem Management von innovationsbezogenen Aspekten an.

Kontakt

Prof. Dr. Norbert Höptner

Dr. Jonathan Loeffler

Dr. Sabine Müller

Steinbeis-Europa-Zentrum (Karlsruhe)

su1217(at)stw.de

Weitere Informationen

Das SEZ unterstützt bei der EU-Antragstellung:


Vor Projektbeginn:

  • Auswahl des passenden Förderprogramms
  • Hilfestellung bei der Projektdefinition
  • Stärken-Schwächen-Analyse durch einen
  • Studien über den Stand der Technologie und deren Marktchancen
  • Überprüfung der Antragschancen (Project Screening)
  • Hilfe bei der Antragsformulierung
  • Partnersuche, Unterstützung bei der Konsortialbildung

 

Während des Projekts:

  • Coaching der Vertragsverhandlungen
  • Projektmanagement
  • Beratung zu den geistigen Eigentumsrechten
  • Unterstützung bei der Technologieverwertung (Patent- und Lizenzangelegenheiten, Suche von FTE-Verwertern, z.B. Lizenznehmern)
  • Kontaktpflege mit den in den jeweiligen Generaldirektionen tätigen Beamten der EU-Kommission, die mit den Forschungs- und Technologieprogrammen vertraut sind

 

Am Ende des Projekts:

  • Verbreitung der FTE-Ergebnisse (sowohl aus EU- wie aus nationalen oder regionalen Projekten) und Stimulation des Innovationsprozesses durch:
  1. Studien über den regionalen Technologiebedarf sowie Angebote
  2. Beteiligung an europäischen Technologiebörsen oder Unternehmerreisen
  3. Gezieltes Suchen über Datenbanken

Zuletzt geändert am 09. August, 2010 von ajr(admin)