Wissenstransfer im Bildungswesen
In der Bildung kommt es auf den Anfang an. Durch die Gründung des Steinbeis-Transferzentrums Bildung und Erziehung setzt Steinbeis nun erstmals Impulse im schulischen und vorschulischen Bereich. Leiterin ist Eva Schumacher, Professorin für Grundschulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. „Basis unseres Erfolgs im Wissens- und Technologietransfer sind kompetente Mitarbeiter. Bisher lassen wir in Deutschland allerdings das Lernpotenzial von Kindern im Vorschulalter noch zu wenig genutzt, gerade in diesem Alter lernen und begreifen Kinder schnell und viel. An diesem Punkt setzen wir nun an“, erklärt Uwe Haug, der bei Steinbeis den Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung verantwortet, das Engagement der Stiftung.
So unterstützt das Steinbeis-Transferzentrum die Stadt Oberkochen bei der Schaffung eines lokalen Bildungsnetzwerks. Bürgermeister Peter Traub erklärt: „Bildung hat einen hohen Stellenwert. Sie beginnt aber nicht erst in der Schule. Deshalb wollen wir in Oberkochen mit Hilfe des Steinbeis- Zentrums ein Bildungsnetzwerk aufbauen, mit dem wir frühkindliches Lernen fördern und Schulen und Kindergärten besser miteinander verzahnen. Damit soll auch der Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtert werden. Schon der Auftakt der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt, Steinbeis-Zentrum und Bildungseinrichtungen im Rahmen der gegenwärtig laufenden Bestandsaufnahme offenbart Ressourcen, die es zu nutzen gilt“.
Dass Kindertagesstätten und Grundschulen immer mehr zu einer Einheit zusammen wachsen, entspricht auch den neueren bildungspolitischen Vorgaben der Landesregierung, die damit Konzepte der vor hundert Jahren begründeten Reformpädagogik aufgreift. Vor diesem Hintergrund bietet das Zentrum als Träger Montessori-Diplomkurse an, für die eine rege Nachfrage besteht.
Der Modellkurs ALMONTE an der Landesakademie Bad Wildbad (in Kooperation mit dem Kultusministerium und dem Montessori- Landesverband) basiert auf einem neuen Konzept des Steinbeis-Transferzentrums, wonach Schullehrkräfte und Erzieherinnen die Fortbildung gemeinsam absolvieren, einschließlich wissenschaftlicher Begleitung. Das Projekt wird durch die Heidehof- Stiftung, EnBW Baden-Württemberg und die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd unterstützt. Bildungsübergänge anderer Art sind Gegenstand des in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Singapurischen Industrie- und Handelskammer (SGC) geplanten Projekts EXPAT, einem Betreuungsangebot für Familien, die von ihren Arbeitgebern demnächst ins Ausland entsendet werden. Bei den gängigen Vorbereitungskursen der Entsendeunternehmen steht in der Regel das künftige Arbeitsumfeld des Firmenmitarbeiters im Vordergrund. Wenig Beachtung findet hingegen die zunehmend auch als Erfolgsfaktor angesehene Familienperspektive. Der EXPATService unterstützt die Bildungsentwicklung der mitreisenden Kinder und Jugendlichen und deren anstehenden Schulübergänge, bis hin zu Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung der (Ehe)Partner.
Oberstudiendirektor Günter Boos, ehemaliger Leiter der German European School Singapur und Mitinitiator von EXPAT: „Die ausreisenden Eltern kommen aus den verschiedenen deutschen Bundesländern und übertragen ihre damit verbundenen Schulerfahrungen auf das Gastland. Daher müssen sie individuell beraten werden, um für jedes Kind am neuen Standort einen gelingenden Einstieg in den Alltag, einschließlich einer optimalen Schullösung zu finden, bei der auch eine spätere Reintegration in eine deutsche Inlandsschule jederzeit möglich ist“. Der erste Workshop ist für Frühjahr 2009 für Zielländer in Südost- Asien geplant.